2008 Franzstollen/Teil1
Der Franzstollen ist Bestandteil des Bergbaulehrpfades durch das ehemalige Eisenerzrevier am Büchenberg bei Elbingerode. Unser Verein bemüht sich seit seiner Gründung im Jahre 1995, den Lehrpfad instand zu halten. Unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden wurden seitdem geleistet. Nachdem im Jahr 1998 bereits das Mundloch des Augustenstollens instandgesetzt wurde und 2006 das Mundloch des Charlottenstollens rekonstruiert, werden konnte, fassten unsere Vereinsmitglieder Thomas und Annemarie Müller den Entschluss auch das Mundloch des Franzstollens wieder herzurichten. Dieser liegt unmittelbar an der alten Weißkopfchaussee und wurde in früherer Zeit Hartengrippenhagenberger Stollen genannt. Er ist einer der ältesten im Revier, mit seiner Auffahrung wurde bereits im Jahr 1694 begonnen. Seine Aufgabe war es, die Elbingeröder Eisenerzgruben am Gräfenhagensberg vom Wasser zu befreien. Die Kosten von 1954 Thalern wurden allein von den Elbingeröder Eigenlehnern aufgebraucht. Obwohl die Gesamtlänge des Stollens nur 88 Lachter (ca. 169 m) betrug, dauerte die Bauzeit 15 Jahre. Wegen „böser“ Wetter im Stollen konnte z.T. nur in den Wintermonaten aufgefahren werden. Erst nachdem man das Reststück im Gegenortvortrieb, also vom anderen Ende herauffuhr, konnte der Stollen 1709 fertiggestellt werden. Die abfließenden Grubenwässer wurden später sogar zum Betrieb einer Wasserkunst genutzt, die die Grube Unterer Weißkopf sümpfte (Grundriss v. Dittrich 1783). Mit der Inbetriebnahme des tiefer gelegenen Charlottenstollens, gut 100 Jahre später verlor der Franzstollen seine ursprüngliche Funktion. Im Jahr 2007 war er vollständig verbrochen.
Teil2
Das Ziel der Vereinsaktion war es, wenigstens das Mundloch wieder herzustellen. Da keine Fotos vom Original vorhanden waren, einigte man sich auf ein gemauertes Portal, ähnlich wie beim Augusten- und Charlottenstollen. Bevor es losgehen konnte, waren umfangreiche Abstimmungen und Genehmigungsverfahren mit den Denkmal- und Naturschutzbehörden sowie der Landesforstverwaltung zu tätigen, denen für ihre unkomplizierte Zusammenarbeit zu danken ist. Am 5, April war es dann so weit: Baggerfahrer Knut Nagel legte mit viel Feingefühl die Rösche frei. Der Stollen selbst war vollkommen verbrochen, so dass illegaler Befahrungen auszuschließen sind. Bereit an diesem Tage zeigte sich jedoch, dass wegen des sehr lockeren Gebirges aufwendige Sicherungsmaßnahmen nötig sein würden, um Besucher nicht in Gefahr zu bringen. Die Lösung war geboren, als sich Material für einen Stahlausbau sowie 64 Hohldielen aus Beton anfanden. (dank an Jens Kahmann-Alexander als Sponsor für die Hohldielen und an alle die sich im Scheiße ihres Angesichts damit herumplackten …). Im Juli/August bauten Annemarie und Thomas Müller unter Inanspruchnahme Ihres Urlaubs am Portal des Franzstollens weiter. Ein nach dem Ausbaggern aufgefundener Stein mit der Nummer 27, der geschichtlich nicht zugeordnet werden konnte, wurde im Mundloch auf der rechten Seite mit eingebaut und so gesichet. Steinmetz Kurt Lichtblau spendete einen Sandstein, der von Erhard Müller mit Schlägel und Eisen sowie der Jahreszahl 1694 versehen wurde. Das Setzen dieses Teufsteins erfolgte am 23. August.